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01/04/2026

Mikroplastik in Kosmetik: Warum es ein Problem ist — und wie du es vermeidest

Du achtest beim Einkaufen auf Inhaltsstoffe, meidest Silikone und fragst dich, was eigentlich in deinen Pflegeprodukten steckt. Aber hast du schon mal auf die winzigen Kunststoffpartikel geachtet, die sich in vielen Cremes, Peelings und Shampoos verstecken? Mikroplastik in Kosmetik ist ein Thema, das immer mehr Verbraucherinnen beschäftigt — zurecht. Denn was auf deiner Haut landet, gelangt auch in unser Wasser und unsere Umwelt.

In diesem Artikel erfährst du, was Mikroplastik in Kosmetik genau ist, wie du es auf der INCI-Liste erkennst und worauf du achten kannst, wenn du deine Pflegeroutine bewusster gestalten möchtest. Denn saubere Hautpflege beginnt nicht erst beim Ergebnis — sondern bei den Zutaten.

Was ist Mikroplastik in Kosmetik — und warum steckt es überhaupt drin?

Mikroplastik bezeichnet feste, halbfeste oder flüssige Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind. In Kosmetik werden sie gezielt als Inhaltsstoffe eingesetzt — etwa als Bindemittel in Cremes, als Peelingkörner in Scrubs oder als Filmbildner in Foundations und Haarprodukten.

Die Gründe dafür sind simpel: Kunststoffe sind günstig, stabil und vielseitig einsetzbar. Sie verleihen Produkten eine angenehme Textur, sorgen für ein seidiges Hautgefühl oder helfen dabei, Wirkstoffe gleichmäßig zu verteilen. Für die Hersteller ist das praktisch — für deine Haut und die Umwelt allerdings nicht unbedingt vorteilhaft.

Das Problem: Beim Abwaschen gelangen diese winzigen Partikel ins Abwasser. Kläranlagen können sie nicht vollständig herausfiltern, sodass sie in Flüsse, Seen und letztlich ins Meer gelangen. Dort werden sie von Organismen aufgenommen und reichern sich in der Nahrungskette an. Was als unsichtbarer Zusatz in deiner Creme beginnt, kann langfristig zu einem globalen Umweltproblem beitragen.

Seit 2023 arbeitet die EU an einer schrittweisen Regulierung von bewusst zugesetztem Mikroplastik in Kosmetik. Bestimmte Formen — etwa feste Peelingpartikel aus Kunststoff — sind bereits verboten oder haben Übergangsfristen. Andere Formen wie flüssige Polymere oder Silikone sind bisher nur teilweise erfasst. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, muss also selbst genauer hinschauen.

So erkennst du Mikroplastik auf der INCI-Liste

Die INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) auf der Rückseite deiner Produkte verrät, was wirklich drinsteckt — wenn du weißt, wonach du suchen musst. Das Schwierige: Mikroplastik versteckt sich hinter komplizierten chemischen Bezeichnungen, die auf den ersten Blick niemand zuordnen kann.

Diese Begriffe solltest du kennen:

Polyethylene (PE) — einer der häufigsten Kunststoffe in Peelings und Scrubs. Wird als festes Granulat eingesetzt, das mechanisch peelt. Besonders häufig in Gesichts- und Körperpeelings der Drogerie.

Polypropylene (PP) — ähnlich wie PE, wird als Peelingkörper oder Füllstoff verwendet.

Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12) — dienen als Filmbildner und Verdickungsmittel. Häufig in Mascaras, Foundations und Haarprodukten.

Acrylates Copolymer / Acrylates Crosspolymer — flüssige oder gelförmige Kunststoffe, die als Bindemittel und Texturverbesserer eingesetzt werden. In Cremes, Sonnenschutz und Haarsprays weit verbreitet.

Polymethyl Methacrylate (PMMA) — wird für den optischen Weichzeichner-Effekt verwendet. Füllt feine Linien auf, ohne sie wirklich zu behandeln.

Polyurethane — Filmbildner in Haarlacken und einigen Hautpflegeprodukten.

Eine Faustregel: Wenn ein INCI-Name mit Poly- beginnt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nicht jedes Polymer ist automatisch problematisch, aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Apps wie CodeCheck oder ToxFox können dir helfen, einzelne Produkte schnell zu überprüfen.

Wichtig ist dabei auch der Unterschied zwischen festen Mikroplastikpartikeln und flüssigen synthetischen Polymeren. Die EU-Regulierung erfasst bisher vor allem die festen Partikel. Flüssige Kunststoffe wie Silikone (Dimethicone, Cyclomethicone) sind eine eigene Diskussion — sie gelten nicht offiziell als Mikroplastik, stehen aber ebenfalls in der Kritik, weil sie biologisch schwer abbaubar sind.

Mikroplastikfreie Pflege: So stellst du deine Routine bewusst um

Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen, die genauso wirksam pflegen — ohne Kunststoffpartikel. Und du musst dafür nicht deine gesamte Routine über Bord werfen. Es reicht, Schritt für Schritt bewusstere Entscheidungen zu treffen.

Beim Peeling: Natürliche Alternativen nutzen

Statt Polyethylene-Kügelchen setzen viele Hersteller inzwischen auf natürliche Peelingkörper wie Fruchtsäuren, Jojoba-Wachs oder Bambuspulver. Chemische Peelings mit AHA- oder BHA-Säuren sind ohnehin schonender zur Haut als mechanische Scrubs — und kommen ganz ohne Partikel aus. Ein AHA Tonic mit milden Fruchtsäuren beispielsweise löst abgestorbene Hautzellen sanft ohne jede mechanische Reibung und unterstützt gleichzeitig die Zellerneuerung.

Bei der Tagespflege: Pflanzenbasierte Wirkstoffe statt Füllstoffe

Viele konventionelle Cremes verwenden synthetische Polymere, um die Textur geschmeidiger zu machen. Das Ergebnis fühlt sich zwar angenehm an, bringt deiner Haut aber keinen echten Pflegevorteil. Pflanzenbasierte Alternativen wie Bakuchiol — das natürliche Pendant zu Retinol — liefern hingegen echte Wirkstoffe, die zur Hautregeneration beitragen können. Eine Bakuchiol Sensitive Day Cream pflegt mit pflanzlichen Inhaltsstoffen und verzichtet auf unnötige Kunststoff-Zusätze.

Beim Serum: Wirkstoffe, die wirken — ohne synthetische Trägerstoffe

Hochkonzentrierte Seren kommen in der Regel mit weniger Füllstoffen aus als Cremes. Achte auf klare Wirkstofflisten mit Inhaltsstoffen wie Niacinamid oder Astaxanthin — beides starke Antioxidantien, die nachweislich zum Schutz vor oxidativem Stress beitragen können. Ein Niacinamide Astaxanthin Serum vereint beide Wirkstoffe und kommt ohne synthetische Polymere aus.

Generell: INCI-Liste lesen, bewusst wählen

Du musst keine Chemikerin sein, um bessere Entscheidungen zu treffen. Es reicht, ein paar der oben genannten Begriffe im Kopf zu haben und bei neuen Produkten kurz auf die Rückseite zu schauen. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür dafür, welche Formulierungen sauber sind und welche nicht. Wenn du dir unsicher bist, welche Pflege zu deinem Hauttyp passt, kann dir unser Hauttyp-Finder eine erste Orientierung geben.

Was du über Mikroplastik in Kosmetik wissen solltest — FAQ

Ist Mikroplastik in Kosmetik in Deutschland verboten?

Teilweise. Die EU hat 2023 eine Verordnung erlassen, die feste Mikroplastikpartikel in bestimmten Produktkategorien schrittweise verbietet. Für Peelings mit festen Kunststoffpartikeln gelten bereits Verbote. Für andere Formen — wie flüssige Polymere oder synthetische Filmbildner — gibt es Übergangsfristen bis 2035. Wer heute schon komplett auf Mikroplastik verzichten möchte, muss also selbst auf die INCI-Liste schauen.

Sind Silikone dasselbe wie Mikroplastik?

Nicht offiziell, aber sie gehören zur selben Diskussion. Silikone wie Dimethicone oder Cyclomethicone sind synthetische Polymere, die biologisch schwer abbaubar sind. Sie gelten nach der aktuellen EU-Definition nicht als Mikroplastik, weil sie in flüssiger oder gelartiger Form vorliegen. Trotzdem meiden viele bewusste Verbraucherinnen auch Silikone — und setzen auf pflanzliche Öle und Wachse als Texturverbesserer.

Kann ich Mikroplastik in meiner Creme sehen oder fühlen?

Bei festen Peelingpartikeln manchmal — die kleinen Kügelchen in Scrubs sind oft sicht- und fühlbar. Aber die meisten Kunststoffe in Kosmetik sind flüssig, gelförmig oder so fein, dass du sie weder siehst noch spürst. Deshalb ist die INCI-Liste dein einziger verlässlicher Indikator. Achte besonders auf Begriffe, die mit „Poly-“ beginnen.

Sind Naturkosmetik-Produkte automatisch frei von Mikroplastik?

Zertifizierte Naturkosmetik (z.B. COSMOS, NATRUE) schließt synthetische Polymere in der Regel aus. Aber Achtung: „Naturkosmetik“ ohne Zertifizierung ist kein geschützter Begriff und bietet keine Garantie. Achte auf anerkannte Siegel oder prüfe die INCI-Liste selbst. Produkte mit klar deklarierten, pflanzlichen Wirkstofflisten geben dir die beste Orientierung.

Was kann ich als Verbraucherin konkret tun?

Drei einfache Schritte helfen dir, Mikroplastik in deiner Pflege zu reduzieren: Erstens, lade dir eine INCI-Scanner-App herunter und prüfe deine vorhandenen Produkte. Zweitens, ersetze leere Produkte schrittweise durch Alternativen mit transparenten Inhaltsstofflisten. Drittens, unterstütze Marken, die auf synthetische Polymere verzichten und ihre Rezepturen offen kommunizieren. Du musst nicht alles auf einmal ändern — jede bewusste Entscheidung zählt.

Du möchtest tiefer in das Thema saubere Kosmetik einsteigen? In unserem Guide zu sauberer Kosmetik findest du weitere Hintergründe und Empfehlungen für eine bewusstere Pflegeroutine.

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